Bedenklicher Leerstand – MVP alarmiert, Stadtregierung ignoriert

Wo einst vitale Vielfalt und pulsierendes Leben die Mödlinger Innenstadt prägten, herrscht zunehmend gähnende Leere. Namhafte Leitbetriebe und langjährige Traditionsgeschäfte müssen reihenweise zusperren. Berechtigte Sorgen werden leider seitens der Stadtregierung ignoriert und es wird anstatt auf Unterstützung zu setzen auf Beschwichtigung verwiesen.

Mödling galt über viele Jahre hinweg als absolutes Musterbeispiel für eine florierende, lebendige Innenstadt. Unter ÖVP-Führung und VP-Wirtschaftsstadträten wurde die Stadt viermal in Folge mit dem Titel für die „geringste Leerstandsquote Österreichs“ ausgezeichnet. Doch nach nur rund einem Jahr unter der rot-grünen Stadtregierung droht diese mühsam aufgebaute Balance endgültig zu kippen. Der spürbare Druck auf den lokalen Handel ist mittlerweile in fast jeder Straße unserer Innenstadt sichtbar und für jeden Passanten unübersehbar geworden.

Die Liste der Schließungen in den vergangenen Monaten liest sich wie ein wirtschaftliches Trauerspiel. Mittlerweile sind keineswegs mehr nur Randlagen betroffen, sondern etablierte Top-Lagen mitten im Herzen von Mödling:

  • Benetton am Freiheitsplatz: Die bekannte Modemarke hat ihre Pforten geschlossen – ein herber Verlust für den markanten Platz.
  • Herrenmode Schiller: Das traditionsreiche Modehaus schließt im Juli wegen Pensionsantritts. Ein Nachfolger wurde nicht gefunden.
  • Gastronomie & Lifestyle: Sowohl die bekannte „Klosterbar“ als auch das beliebte Lokal „Stehachterl“ stehen seit einiger Zeit leer.
  • Kultur & Einzelhandel: Die Galerien und Geschäfte „World of Art“, die „Boutique Choice“ sowie ein ehemaliger Juwelier an der Hauptstraße sind Geschichte. Sogar der Second-Hand-Laden des Roten Kreuzes musste sperren.
  • Peripherie & Brühlerstraße: In der Brühlerstraße verlor die Innenstadt das Geschäft „Kunst & Handwerk“ und schmerzlich auch den lokalen Postshop.
  • Weitere prominente Leerstände: Keine Nachnutzung zeigt sich zudem bei markanten Flächen wie dem ehemaligen TV-Shop am Deutschen Platz, der Boutique Krammer sowie dem bekannten Standort „Waldi“.

Für Wirtschaftsbund-Stadtobmann Matthias Pfeiler ist das Problem hausgemacht. Er ortet einen massiven Druck auf die Kaufmannschaft und kritisiert das völlige Fehlen einer proaktiven Strategie:

„Von den Betrieben wird vehement bemängelt, dass eine klare Strategie zur Attraktivierung des Standorts und zur aktiven Betriebsansiedlung durch die aktuelle Stadtspitze derzeit komplett fehlt. Stattdessen belasten die anhaltenden Diskussionen rund um die Ausweitung der kostenpflichtigen Blauen und Grünen Zonen die Kaufmannschaft massiv. Wir fordern ein professionelles, aktives Leerstandsmanagement, anstatt durch ideologische Barrieren den Handel weiter zu schwächen!“

Matthias Pfeiler, Wirtschaftsbund-Stadtobmann

Auch ÖVP-Stadtparteiobmann und ehemaliger Wirtschaftsstadtrat Gert Zaunbauer findet deutliche Worte für das rot-grüne Versagen. Es tue weh mitansehen zu müssen, wie sich der Leerstand langsam aber stetig wie ein Krebsgeschwür in der Mödling-Meile ausbreitet. Besonders bitter ist dies vor dem Hintergrund der früheren Erfolge der Volkspartei, als man die geringsten Leerstände des Landes feierte.